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Ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart

von Franz Neumer


Im Herzen des Pfälzerwaldes gelegen, zählt Hochspeyer zum Landkreis Kaiserslautern im Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Name leitet sich ab vom dem Bach, der hier entspringt. Erwähnt wird die Siedlung erstmals 1195 in einer Urkunde des Zisterzienserklosters Otterberg. Kaiser Heinrich VI. bestätigte mit dieser Urkunde den Mönchen ihren Besitz, u.a. auch den in Hochspeyer. Der Ort ist wohl als eine Ausbausiedlung in salischer oder staufischer Zeit entstanden, und lag kirchlich gesehen im Bistum Worms, dessen Schutzvögte im 12. Jahrhundert die Grafen von Saarbrücken waren. Sie dürften die Gründer von Hochspeyer sein. Nach 1214 zählte die junge Siedlung zum Erbe des Grafen Friedrich von Saarbrücken, dem Begründer des zweiten Hauses Leiningen.

In der Folgezeit teilten sich bis zu vier Herren den kleinen Ort. Zu Ende des Alten Reiches besaß der Fürst von Leiningen-Dachsburg-Hartenburg fünf Sechstel und Kurpfalz das restliche der Herrschaft Hochspeyer. Im Dreißigjährigen krieg standen Hochspeyer und die nähere Umgebung jahrelang menschenleer. Schwere Verwüstungen brachte auch der Orleansche Krieg, ebenso die Kriege des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Dadurch bedingt sind nur noch wenige historisch wertvolle Baudenkmale vorhanden.

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Die Lage des Dorfes im Hauptbuntsandsteingebiet des Pfälzerwaldes, mit seinen kargen Sandböden bestimmte von jeher das bäuerliche und wirtschaftliche Leben. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Hochspeyer ein Waldbauerndorf. Von da an, mit dem Beginn des Bahnbaues und dem Ausbau der Straßen, veränderte sich die dörfliche Struktur. Im Bahn- und Straßenbau tätige Hochspeyerer waren oft monatelang auswärts beschäftigt. In zahlreichen Sandsteinbrüchen, die Material lieferten für Bahnhöfe, Häuser, Brücken und sonstige Kunstbauten, fanden weitere Männer ein kärgliches Auskommen. Die Holzindustrie nahm dank guter Absatzchancen und günstiger Transportmöglichkeiten einen großen Aufschwung. Produziert wurden Grubenhölzer für die Saargruben, Bau- und Schnittholz und Eisenbahnschwellen. 1880 siedelte sich eine chemische Fabrik an, die us der Verschwelung von Buchenholz Vorprodukte für andere Chemiewerke gewann. Bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges hatte sich Hochspeyer zu einem Industriedorf entwickelt. Die Nachkriegszeit brachte den Niedergang, hohe Arbeitslosenzahlen prägten die Aera der zwanziger Jahre. Neunzig Prozent der Berufstätigen wurden zu Auspendlern. Die Grenzlandsituation wurde vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erneut spürbar, als der Westwall errichtet wurde. Gleich zu Anfang des Krieges kreuzten sich die Wege der nach Westen marschierenden Soldaten mit denen in die Mitte des Reichs flüchtenden Grenzlandbewohnern. Ab 1944 richteten Fliegerbomben in Hochspeyer wegen seiner Lage an wichtigen Verkehrsverbindungen große Schäden an.



Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte wieder ein Strukturwandel. Die meisten Beschäftigten sind auch heute noch Auspendler. Hochspeyer (Pfalz) ist zu einer Wohngemeinde geworden, sie hat jedoch zahlreiche Gewerbe- und Geschäftbetriebe für den täglichen Bedarf vorzuweisen. Seit Ende der 50er Jahre werden neue Baugebiete erschlossen. Mit dem letzterschlossenen Baugebiet „Pfarracker“ hat die Neubaufläche die Fläche des alten Dorfes an Größe überholt. Ein Dienstleistungs- und Gewerbegebiet, das zur Zeit erschlossen wird, bietet nicht nur dem einheimischen Gewerbe Ausdehnungsmöglichkeit.


Der Ausbau des Fremdenverkehrs ist eines der Ziele der Gemeindeverwaltung, die unterstützt wird vom Fremdenverkehrsverein. Kilometerlange gut ausgebaute und markierte Wanderwege im Naturpark Pfälzerwald sind die Basis, aber auch Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden für Mountain-Biker sind ausgeschildert. Die am südwestlichen Ortsrand errichtete Naturparkund Waldjugendherberge bietet ein besonderes von Fachleuten ausgearbeitetes „Waldprogramm“. Die Jugendherberge hat 148 Betten, große Seminarräume, einen eigenen Parkplatz, einen Grillplatz und eine Minigolfanlage. Besuchenswert ist das neue Erlebnisbad. Die Hochspeyerer Gastronomie ist traditionell für Urlaubs- und Geschäftsreisende gerüstet. Qualifizierte Übernachtungsmöglichkeiten in Privathäusern vervollständigen das Angebot.

Hochspeyer ist verkehrsmäßig gut angeschlossen. Die Bundesstraßen B 37 Kaiserslautern – Neustadt und B 48 Bad-Kreuznach – Bergzabern (mit Anschluss an das Autobahnnetz) treffen in der Dorfmitte zusammen. Die S-Bahnstation besteht seit Dezember 2003 und stellt in Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße Anschlüsse her an das Fernverkehrsnetz.