Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

der Frühsommer ist eine großartige Einrichtung.

Die Luft wird wärmer, die Tage werden länger und die Blumen blühen. Und auch wir Menschen blühen auf, werden fröhlicher und unternehmenslustiger.

Zeit für unser Bürgerfest, zu dem ich besonders auch die begrüße, die im vergangenen Jahr unser Dorf als Lebensmittelpunkt gewählt haben.

„Ich bin immer zum Feiern aufgelegt“. Diesen Satz würde ich sofort unterschreiben. Allerdings stammt er nicht von mir, sondern von der französischen Kaufmannstochter Jeanne Calment.(Schann Kallmo).

Sie ist vor 19 Jahren verstorben – mit 122 Jahren.

Sie war der älteste Mensch der Welt.

„Immer zum Feiern aufgelegt“ – das war ihr Motto.

Wenn dies ein Rezept ist, steinalt zu werden, sollten wir alle die Chance nutzen.

Die Kinder und Jugendlichen der Taekwondo-Tiger e.V. bei ihrer Vorführung.
Die Kinder und Jugendlichen der Taekwondo-Tiger e.V. bei ihrer Vorführung.
Übrigens: Wir sind beim Feiern nicht „unter uns“ und darüber freue ich mich sehr.

Ein herzliches Willkommen an unsere Neubürgerinnen und Neubürger, unsere Ehrengäste und die Musikerinnen und Musiker des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz mit ihrem Chefdirigenten, Herrn Stefan Grefig.

Das Benefizkonzert zu Gunsten der Bücherei unserer Ortsgemeinde beginnt um 18 Uhr in der Sporthalle. 36 Musikerinnen und Musiker werden Sie begeistern. Sie sind ständig als Botschafter des Landes Rheinland-Pfalz in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland unterwegs.

Wie Sie alle wissen, wurde das Jahr 2003 zum europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen ausgerufen. Die europäische Kommission hatte dies gemeinsam mit der Behindertenbewegung beschlossen. Damit soll auf Barrieren und Diskriminierungen aufmerksam gemacht werden, gegen die auch behinderte Menschen zu kämpfen haben.

Ich wünsche mir, dass unser Bürgerfest dazu beiträgt, Barrieren und Diskriminierungen jeglicher Art abzubauen.

Jeder Mensch ist anders. Darin sind wir uns gleich. Deshalb hoffe ich, dass unser Zusammensein viele Begegnungen bringt:

von Jung und Alt, von Einheimischen und Neubürgern, von ehemals Hochspeyerern mit unseren Gästen.

Das Bürgerfest soll nicht nur ein Ereignis sein, bei dem man sich trifft. Es ist auch ein Zeichen, wie aktiv unsere Ortsgemeinde Hochspeyer ist und wie aktiv die Menschen sind, die hier leben.

Ich nehme diese Gelegenheit wahr, um all denjenigen, die sie noch nicht kennen, zwei Aktive vorzustellen, die unseren Ort im Jahr 2015 und zu Beginn dieses Jahres besonders repräsentiert haben:

Herr Dr. Bernd-Helge Leroch, einer der Geschäftsführer des in Kaiserslautern ansässigen Unternehmens: Robot Makers GmbH.

Er erhielt den Zukunftspreis „Pfalz“ des Bezirksverbandes Pfalz.

Der Gründer des Jahres, ausgezeichnet von der Wirtschaftsjunioren, ist Informatiker, studierte an der Technischen Universität Kaiserslautern, promovierte anschließend und entwickelte gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die neue Elektroniclinie: Modular Control System.

MCS kann bei Motorenprüfständen zum Einsatz kommen und bietet die Möglichkeit, bei der Motorenoptimierung anfallende Messwerte synchron bei hoher Frequenz zu erfassen.

Lieber Herr Leroch, ich gratuliere Ihnen namens der Ortsgemeinde Hochspeyer, aber auch ganz persönlich, zu Ihren Auszeichnungen und freue mich, dass Sie, zusammen mit Ihrer Familie, Hochspeyerer geworden sind.

Erfolgreiche Wochen liegen hinter Tobias Steglich und weiteren Mitgliedern der Deutschen Nationalmannschaft, die bei den Sport-Stacking-Weltmeisterschaften in Speichersdorf in Bayern teilnahmen. Je einen WM-Titel im Einzel und mit der Staffel konnte Tobias mit nach Hause nehmen.

Er errang in der 3-6-3 Head-to-Head-Staffel zusammen mit Alexander Balz aus Koblenz, Maximilian Odia aus Gera, Laura Baumann aus Crailsheim und Jill Claas aus Dortmund den ersten Titel.

Im Einzelfinalwettbewerb derselben Kategorie wurde er Weltmeister mit einer Zeit von 2,441 Sekunden.

Lieber Tobias, wir Alle sind stolz auf Dich und Du kannst stolz auf Deine Leistung sein.

Übrigens: Tobias Steglich ist auch Mitglied der Wehreinheit Hochspeyer der freiwilligen Feuerwehr.

Aktive in Hochspeyer sind zweifelsfrei aber auch die, die heute hier auf den Beinen sind und das heimische Wohnzimmer gegen das Freigelände und die Sporthalle der Münchhofschule getauscht haben.

Ich meine damit auch die vielen aktiven Menschen hinter den Kulissen und an den Ständen. Ohne sie gäbe es dieses Fest nicht.

Herzlichen Dank an Alle, die bei der Organisation mitgeholfen haben und heute dafür sorgen, dass wir uns gut unterhalten können, dass wir uns einen Überblick über die Infrastruktureinrichtungen in Hochspeyer verschaffen können, aber auch keinen Hunger und Durst leiden müssen.

Offiziell eröffne ich unser Bürgerfest mit einem chinesischen Sprichwort: „Einen Tag lang ungestört in Muße zu verleben, heißt, einen Tag lang unsterblich zu sein“.

Das ist neben dem Motto der 122-jährigen Dame aus Frankreich, ein weiterer Hinweis dafür, dass Feiern jung hält.

Sie treffen hier ganz bestimmt die „richtigen Leute“, nämlich Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger, vielleicht auch Ihre Nachbarinnen und Nachbarn oder auch Ihre Freundinnen und Freunde.

Sie sind auf der richtigen Party und jetzt ist auch die richtige Zeit zum Feiern.

Und bevor wir mit dem Feiern beginnen, bitte ich noch Herrn Leroch und Herrn Steglich, uns Allen einige Eindrücke zu ihren Erfolgen, und wie es dazu kam, zu übermitteln.

………..

Das Bürgerfest 2016 ist eröffnet.

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

herzlich willkommen zum angekündigten Benefizkonzert. Der Erlös ist für die zeitgerechte Ausstattung der Gemeindebücherei, selbstverständlich auch mit neuen Medien, in erweiterten Räumlichkeiten bestimmt .

Wenn Ihnen das Konzert zu unserem Bürgerfest gefallen hat und Sie Lust und Laune haben, in die Infrastruktur unseres Dorfes zu investieren, dann freue ich mich, wenn Sie Ihrer und unserer Ortsgemeinde vor dem Nachhause gehen eine zweckgebundene Spende überlassen. Die abzugsfähige Steuerbescheinigung für Großspenden stellen wir Ihnen selbstverständlich gerne aus.

Ich freue mich, dass Sie Alle heute den Weg hierher gefunden haben, um das Gastspiel eines Orchesters zu erleben, das nicht nur in vielen Bundesländern unserer Republik, sondern beispielsweise auch in Frankreich, Österreich, Holland, Luxemburg, England und Ungarn unterwegs ist.

Auf meinem Weg zur Halle habe ich gehört, wie jemand unseren Kontaktbeamten, Herrn Stefan Georg, gefragt hat: „Wie komme ich denn zum Landespolizeiorchester?“

Seine Antwort war: Üben, üben, und noch einmal: üben.

Auch die 36 Musikerinnen und Musiker des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz üben ständig, um, als Repräsentationsorchester des Landes Rheinland-Pfalz, die Bandbreite von Klassischem zu Zeitgenössigem, aber auch Ernstes und besonders Unterhaltsames auf höchster Stufe abbilden zu können.

Der Dirigent, Herr Stefan Grefig, früher Chefdirigent der rheinhessischen Bläserphilharmonie, des Freiburger Blasorchesters und des sinfonischen Blasorchesters Sinsheim ist seit 2014 Chefdirigent des Orchesters, das auch in Zukunft erfolgreich für die Arbeit der rheinland-pfälzischen Polizei werben wird.

Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass er einmal von einem Gastdirigenten vertreten wurde.

Bei der darauffolgenden Probe soll er den Orchestermanager gefragt haben: Und, wie war er denn?

Dann soll dieser geantwortet haben: Gut, er hat den Auftakt gegeben – und dann keinen nennenswerten Widerstand mehr geleistet.

Mein herzliches Dankeschön für die Zusammenarbeit und das nicht alltägliche Engagement in der Vorbereitung geht an den Orchestermanager, Herrn Andreas Weil

 

Lieber Herr Weil,

Sie haben diese Veranstaltung erst möglich gemacht. Wir beide haben uns heute das erste Mal persönlich kennengelernt und Sie können sicher sein, dass ich die gute und vertrauensvolle Verbindung zu Ihnen auch weiterhin aktiv gestalten werde.

Diese vertrauensvolle Verbindung besteht im Übrigen genauso zu Herrn Polizeirat Thorsten Mayer, der heute auch den Präsidenten des Polizeipräsidiums Westpfalz, Herrn May, vertritt.

Schön, dass Sie hier sind.

Mein herzlicher Dank gilt dem Repräsentanten unseres Sponsoren, Herrn Scherthan, von der Fa. Remitex, sowie den emsigen Helfern vor und hinter den Kulissen. „Danke“ sage ich auch den Bürgermeisterkollegen, Andreas Alter und Jürgen Wenzel, dass wir in den Räumlichkeiten der Münchhofschule zu Gast sein dürfen.

 

So, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

liebe Gäste,

weil Sie gekommen sind, um das musikalische Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der Polizei, das mit weit über 100 Gastspielen im Jahr ein wichtiger Bestandteil der rheinland-pfälzischen Kulturlandschaft ist, zu hören, spanne ich Sie auch nicht mehr länger auf die Folter. Das heutige Repertoire wird sehr bunt sein, so bunt, wie die Natur im Frühsommer.

Durch das Programm führt Sie Herr Christian Küchenmeister.

Viel Spaß mit dem Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz und seinem Chefdirigenten, Herrn Stefan Grefig.

 

Sehr geehrte Frau Pfeiffer, lieber Jürgen Wenzel, meine sehr geehrten Damen und Herren,

um Fortschritte beim Klimaschutz zu erreichen, setzen wir in Deutschland auf einen Mix von Maßnahmen und Instrumenten. Die Reduktion von 40 % der Treibhausgase soll bis 2020 erreicht werden, der Ausstieg aus der Kernenergie ist zum Ende des Jahres 2022 festgeschrieben. Die Klimaschutzziele werden oft bei mehrtägigen, internationalen Gipfeln diskutiert und festgeschrieben, so beispielsweise in Kyoto.

Versprechen und Willenserklärungen abgeben ist die eine Seite, die Theorie. Die Umsetzung erfolgt oft auf der untersten, der kommunalen Ebene. Viele örtliche Akteure haben die Wichtigkeit erkannt und handeln danach, aber es sind noch nicht genug.

In unserem Raum hatte, soweit mir erinnerlich, Anton Jung, der damalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weilerbach eine Vorreiterrolle eingenommen. Frau Pfeiffer ist auf diesem Weg geblieben und hat zusammen mit Teresa Karayel, der dortigen Klimaschutzmanagerin, viele Maßnahmen umgesetzt.

Dass auch eine Ortsgemeinde beim Klimaschutz zielführend arbeitet, verdanken die Bürgerinnen und Bürger von Enkenbach-Alsenborn dem Engagement von Lisa Rothe, die Ortsbürgermeister Jürgen Wenzel interessante Möglichkeiten aufzeigt, die er nach fachkundiger Prüfung dem Rat zur Beschlussfassung empfiehlt. Er forciert in unnachahmlicher Art und Weise die Möglichkeiten einer überschaubaren Kommune und hat damit bereits viel Anerkennung erhalten.

Kommunale Klimapolitik hat für mich persönlich in der Entwicklung der Ortsgemeinde Hochspeyer einen sehr großen Stellenwert. Die hohe Priorität habe ich sehr früh erkannt, das Einleiten geeigneter Maßnahmen ohne fachlichen Rat hat Grenzen aufgezeigt. Finanzielle Mittel für die Einstellung eines hauptamtlichen Klimaschutzmanagers sind nicht vorhanden, aber mit der Tätigkeit von Jochen Marwede, dem ersten ehrenamtlich tätigen Klimaschutzmanager in Rheinland-Pfalz, hat die Ortsgemeinde Hochspeyer ein Alleinstellungsmerkmal. Jochen Marwede sehe ich gerne als Glücksfall für Hochspeyer.

Jede unserer Kommunen ist bisher ihren eigenen Weg gegangen. Weil wir alle wissen, dass Netzwerker zielgerichteter arbeiten, lernen auch wir voneinander und präsentieren unsere Arbeit in Teilbereichen gemeinsam. Der frühere Bürgermeister von Fischbach, Wolfgang Geigenberger, hat immer die Wichtigkeit interkommunaler Zusammenarbeit betont. Wir leben sie.

Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen, erprobte Maßnahmen miteinander austauschen und gleichzeitig beispielhafter Vorreiter für andere Kommunen sein.

Ich freue mich, dass wir ganz einfach und unspektakulär zusammengefunden haben. Herzlichen Dank, dass wir die Vergabe der Meilensteine in den nächsten Jahren zusammen veranstalten. Danke sage ich auch den Mitgliedern des Ortsgemeinderates Hochspeyer, die den von Jochen Marwede und mir eingeschlagenen Weg mitgehen.

Ich freue mich schon jetzt auf den Film, der das Jahrhundertprojekt filmisch erlebbar macht.

 

Liebe Krimifreunde, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir begrüßen heute Abend Frau Monika Geier ganz herzlich in Hochspeyer.

„Niemals vergessen sollte man, dass Monika Geier die derzeit wohl beste deutschsprachige Krimiautorin ist“. Dieses sehr deutliche Qualitätsmerkmal verlieh ihr der Mitbegründer des  ersten Onlinemagazines im deutschsprachigen Raum, das den Namen „EVOLVER“ trägt, der Journalist, Peter Hiess.

Und damit steht er nicht allein: Der Begründer und Sprecher der Krimizeit-Bestenliste, der Literaturkritiker Tobias Gohlis, ergänzt: „Boll ist zwerchfellerschütternd normal, eine junge Frau wie Hunderttausende, verliebt, unbeherrscht, schlampig, manchmal mit Migräne, immer mit Intuition und scharfem Verstand. Monika Geier verfügt über die Bösartigkeit aller guten Krimiautorinnen, über Witz und die Raffinesse für wirklich subtile Plots. Ihre Bücher sind mehr als eine Entdeckung, sie sind eine Befreiung“.

Sehr geehrte Frau Geier, ich freue mich, dass wir für die Lesung, initiiert von Frau Dausend und Frau Henrich, mit Ihnen eine Autorin gewinnen konnten, die literarisch in der Champions League spielt. Mit Ihrer Anwesenheit bewerben Sie mit Sicherheit die Wichtigkeit des Buches, sowohl als Bildungs-, als auch Unterhaltungsinstrument, aber werben auch gleichzeitig für den Stellenwert der Bücherei unserer Ortsgemeinde. „Die Hex ist tot“ ist Ihr 7. Roman. Ihr Debüt „Wie könnt Ihr schlafen“ wird derzeit bereits in der 7. Auflage gedruckt. Zweifelsfrei ein weiteres Qualitätsmerkmal, das für Sie spricht. Offensichtlich lieben Sie das Leben in der Pfalz. Sie leben seit 1970 hier und bereiten die Sitten und Gewohnheiten der Städter und der Landbevölkerung literarisch auf.

So spielen auch Menschen, die sich in unserem unmittelbaren Umfeld bewegen, in Ihrem Roman wichtige Rollen. Mit den Worten Ihrer Verlegerin, Frau Else Laudan, mache ich Sie Alle neugierig, auf das, was uns Monika  Geier vorträgt: „Auf Samtpfötchen kommen sie daher, unaufgeregt, beiläufig, ja bescheiden: Monika Geiers präzise Einblicke ins ganz Normale, ins unspektakulär Menschliche, haben so gar nichts von flammenden Anklagen, und doch treffen sie stets auf entlarvende Weise ins Schwarze. Kriminalkommissarin Bettina Boll hat durchaus eine finstere Seite, bedenkt man den sanften, aber rabenschwarzen Humor und die leise mitschwingenden düsteren Töne, die ihre Geschichte begleiten und untermalen, wie die dunklen Noten eines Kontrabasses.

Doch es gibt in Geiers Kosmos keine „mean streets“, keine hektischen urbanen Schusswechsel oder Gangsterkriege, keine Gewaltorgien und wenig Verschwörung. Die handelnden Personen entspringen in geradezu unfassbarem Maße der so komplexen und diversen und dabei so banalen Wirklichkeit. Bei jeder von ihnen denke ich: Ja, diesen Menschen gibt es tatsächlich, das ist echt. Die Dicken, die Dummen, die Gestörten, die Selbstherrlichen, die Missgünstigen und die Scheiternden. Monika Geier erweckt sie aufs Zärtlichste zu literarischem Leben, zieht sie aus dem Dunkel ihrer peinlichen Gewöhnlichkeit ins warme Licht des Erzählenswerten und stellt sie uns vor. Sie ist eine Künstlerin, die das von ihr souverän beherrschte Genre Kriminalroman nutzt, um das Profane bedeutsam zu machen, das Stumpfe bedrohlich und das Traurige beschmunzelbar.

Kurt Tucholsky soll einmal gesagt haben: „In der Kunst gibt es nur ein Kriterium: die Gänsehaut. Man hat es, oder man hat es nicht“. Sicher ist: Frau Geier hat es.

 

Sehr geehrter Herr Geheeb, lieber Jürgen Wenzel, liebe Freunde aus Leutenberg, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in unseren Familien, Vereinen und Betrieben feiern wir einen 25. Jahrestag ganz selbstverständlich mit Freude und Stolz. Heute haben wir einen Anlass zum öffentlichen Feiern. Der 25. Jahrestag der deutschen Einheit, an dem wir mit einem äußeren Zeichen unsere Verbundenheit ganz besonders mit den Menschen in unserer Partnerstadt bekräftigen, ist ein ganz besonderer Feiertag. Ein Glückstag für unser Land.

Seit dem staatsrechtlichen Vollzug der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 können wir Deutschen unseren Weg gemeinsam gehen.Das waren damals aufregende Tage. Auch wir in Hochspeyer haben seinerzeit den „Atem der Geschichte“ gespürt. Heute blicken wir zurück auf Erreichtes: froh, stolz, aber auch nachdenklich. Stolz sind wir zuallererst auf die Kraft der Menschen im Osten Deutschlands, auf ihren mutigen Kampf für Freiheit und Demokratie. Ihre friedliche Revolution hat das Ende der kommunistischen Diktatur erzwungen, die Einheit möglich gemacht und Demokratie entstehen lassen.

Nicht die Mächtigen waren es, die diese Revolution zu Wege brachten. Ganz im Gegenteil. Einige unserer führenden Politiker haben noch 1988, ja sogar noch im Sommer 1989, die Wiedervereinigung als Illusion bezeichnet. Nein, die Menschen, der Bürgermut von zigtausenden haben der Politik den Weg gewiesen. Wie die biblischen Trompeten von Jericho haben die Rufe „Freiheit“ und „Wir sind das Volk“ die Mauer, die scheinbar unüberwindbare Grenze, zum Einsturz gebracht. Allerdings sind nach dem Mauerfall, und das bleibt einer der bitteren Anfangsfehler, viele dieser mutigen Kämpfer nicht mehr zu Wort gekommen.Aber sind wirklich alle trennenden Grenzen gefallen?

Auf dem 48. Deutschen Historikertag, der vom 28. Sept. bis 01. Oktober 2010 stattfand, wurde unter dem Motto „Über Grenzen“ dazu viel Nachdenkenswertes erörtert. Auch heute sehen wir in den katastrophalen Krisen, wie beim Euro oder, ganz aktuell, in der Flüchtlingspolitik, dass ungelöste Anfangsfehler später schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Manches wächst sich nicht einfach aus! Insgesamt freilich dürfen wir feststellen: Die deutsche Vereinigung und der „Aufbau Ost“ gehören zu den großen und beeindruckenden Leistungen des 20. Jahrhunderts. Und das in vielen Bereichen, angefangen beim Neuaufbau der demokratischen Strukturen auf der kommunalen Ebene und der öffentlichen Infrastruktur bis zur Gestaltung der Kommunen. Ich sage das gerade als Bürgermeister. Denn zu dem, was da an der Basis aufgebaut wurde, haben ganz wesentlich die Kommunen beigetragen, nicht zuletzt mit Hilfe der Partnerschaften. Unsere Verbindung mit Leutenberg besteht nun seit mehr als 23 Jahren. Seit dem wir verpartnert sind, haben wir erfahren: Wo Begegnung ist, wächst Verständnis; wo Verständnis ist, wächst Freundschaft und wo Freundschaft ist, wächst Frieden.

Persönliche Begegnungen, wie sie seit August 1991 zwischen Personen, Familien und Vereinen aus Hochspeyer und Leutenberg gepflegt werden, tragen ganz wesentlich dazu bei, dass Frieden und Freiheit ein fester Teil unserer deutschen Wirklichkeit geworden und geblieben sind.

Die Urkunde vom 16. März 1992, die unsere Partnerschaft schriftlich besiegelt hat, dokumentiert den Wunsch, die Verbundenheit zwischen den beiden Kommunen zu pflegen und zu festigen. Heute können wir sagen: Das ist zwar gelungen – aber es geht auch noch etwas mehr….

Stärken doch Partnerschaften das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen Bürgern, Gemeinschaften und Städten. Dadurch wird  Identität gestiftet. Womit man sich identifiziert, dafür ist man auch bereit, sich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Vor allem zeigt sich immer wieder: Wir wollen etwas miteinander zu tun haben; wir sind uns gegenseitig nicht gleichgültig. Wir wollen pflegen, was uns verbindet, und gemeinsam aufarbeiten, was uns aus der Vergangenheit trennen könnte. Und diesen Weg, das ist mein persönlicher Wunsch an Sie, Herr Geheeb, sollten wir auch weiterhin gemeinsam gehen. Wir Hochspeyerer stehen dazu und dokumentieren dies gerne sowohl den Menschen, die durchreisen, als auch denen, die hier leben.

Als weiteres äußeres Zeichen unserer Freundschaft hat der Ortsgemeinderat Hochspeyer auf meine Anregung hin einstimmig beschlossen, Ortseingangsschilder dieser besonderen Art aufzustellen. Jeder der, wo immer auch herkommend, in unseren Ort fährt, erkennt die Verbundenheit zwischen Schiefer aus Thüringen und einem Metall, das in unserer Gegend gewonnen und verarbeitet wurde. Dieses Ortseingangsschild, sicherlich das Prägnanteste, ist mit dem Leutenberger Platz fest verbunden und durch die dezente Beleuchtung auch nachts erkennbar.

Für die förmliche Enthüllung haben Sie, Herr Geheeb, als amtierender Bürgermeister von Leutenberg, und ich gerade diesen „Tag der deutschen Einheit“ gewählt. So wie es gerade an diesem Tag gilt, denen „Danke“ zu sagen, die mit ihrem Engagement dafür gesorgt haben, dass wir heute in Freiheit zusammen sein können, so bedanke ich mich bei denen, die sowohl im Ehrenamt, als auch im Hauptamt, die Materialien ausgesucht und zu einem Gesamtwerk zusammengefügt haben.

Stellvertretend für Alle, die an der Beschaffung des Steines aus den Schiefergruben in Unterloquitz bei Leutenberg beteiligt waren, bedanke ich mich ganz herzlich bei einem der „Männer der ersten Stunde“, bei Dieter Ludwig, der immer da ist, wenn er gebraucht wird. Vielen Dank auch an Mathias Müller, den Geschäftsführer des Hochspeyerer Unternehmens Jakob Fischer Nachfolger, der den Transport nach Hochspeyer übernommen hat, sowie an Manuel Rummler, der verwaltungsseitig für die Bauabwicklung verantwortlich war.

Klar sollte für uns Alle sein, dass Dokumentationen allein nicht ausreichen, sondern kommunale Freundschaften auch gepflegt werden müssen und immer wieder der Begegnungen und neuer Initiative bedürfen. Partnerschaften wie unsere, müssen von vielen Menschen und Vereinigungen getragen werden, um lebendig zu bleiben.

Im Zusammenhang mit Partnerschaften habe ich bei der Vorbereitung unseres Zusammenseins diesen interessanten Satz gelesen: „Ein Weg, der nicht immer beschritten wird, wächst zu und verschwindet“.

Lieber Amtskollege, meine Bitte an Sie ist:

Lassen Sie uns die Wege zueinander möglichst oft beschreiten, sie erhalten und ausbauen. Ich freue mich, auf die Stunden, die wir zusammen vor uns haben.

 

Sehr geehrter Herr Mertel, lieber Steffen,meine sehr geehrten Damen und Herren,

ganz herzlichen Dank für die Einladung.

Ich bin selbstverständlich sehr gerne gekommen, um Ihren Ehren- oder auch Ehrungsabend zu begleiten. Der französische Philosoph und Schriftsteller Francois-Marie Voltaire hat einmal gesagt: „Anerkennung ist ein wundersames Ding: Sie bewirkt, dass das, was an anderen hervorragend ist, auch zu uns gehört“.

Liebe Aktive und Passive, schön, dass die Blaskapelle zu uns in Hochspeyer gehört. Im Namen aller Bürgerinnen und Bürger gratuliere ich schon jetzt all denen ganz herzlich, die heute Abend für Ihr besonderes Engagement geehrt werden. Wenn wir zuhause den Fernseher anmachen, wetteifern bei ProSieben potentielle Popstars darum, entdeckt zu werden. Das ZDF forscht nach der Stimme des Jahres und RTL sucht gleich für ganz Deutschland den Superstar.

Wir in Hochspeyer haben es da leichter: Wir brauchen unsere Stars nicht zu suchen – wir haben sie gefunden. Zumindest einige sind hier und heute unter uns. Sie sind noch nicht ganz so berühmt, wie die aus dem Fernsehen, aber dafür präsentieren sie sich ohne Gage, ohne Allüren, ohne Maskenbildner, ohne Choreographen und ohne Manager ganz echt, natürlich und zum Anfassen. Und im Gegensatz zu manchen TV-Stars oder gar zu mancher Popgruppe ist die Blaskapelle Hochspeyer sehr beständig. Seit 1948 spielen die Aktiven auch für unsere Ortsgemeinde, sind also auch Repräsentant von Hochspeyer. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit mit der Ortsgemeinde werte ich das Bild der Musiker am Sprungturm unseres kommunalen Schwimmbades. Sie Alle sind aus unserem Ort nicht mehr wegzudenken.

Mit Ihren Konzerten zu vielen Gelegenheiten und Ihrem Engagement während der Hochspeyerer Kerwe tragen Sie zum kulturellen Leben bei und erfreuen damit Jung und Alt. An das Orchester denke ich persönlich auch immer dann, wenn meine Frau und ich im Sommer während des Frühstücks auf der Terrasse die musikalische Untermalung unseres Nachbarn Fritz Schuff genießen können. Der Autor von Gullivers Reisen, der irische Schriftsteller, Jonathan Swift, hat gesagt: “Wer den Ehrgeiz hat, sich in einer Menge Gehör zu verschaffen, muss unermüdlich drängen und drücken, und schieben und klettern, bis er sich zu einer gewissen Höhe über sie erhoben hat“.

Das können wir im Rummel der TV-Stars und -Sternchen oft genug beobachten. Sie hingegen, haben das nicht notwendig. Sie müssen weder drängen, drücken und schieben, noch müssen Sie sich auf eine gewisse Höhe erheben. Bei Ihnen reicht es, wenn Sie die Instrumente erheben. Und damit wiederum verschaffen Sie sich nicht nur Gehör, sondern auch in hohem Maße größte Anerkennung. Eine der Voraussetzungen hierfür ist, dass der Klangkörper auch von Konstanz leben kann. Die Aktiven und Passiven, die heute Abend für ihre langjährige Treue zur Blaskapelle Hochspeyer ausgezeichnet werden, haben diese Konstanz bewiesen. Für Sie, aber auch für die ganze Gesellschaft.

Herzlichen Dank an Sie Alle für Ihr Engagement, für das Opfer das Sie für unser Gemeinwesen bisher gebracht haben und auch weiterhin noch bringen werden. Ich selbst wünsche mir noch viele Jahre wunderschöne Klänge von meinem Nachbarn Fritz Schuff.